Klinik Prof. Schedel
Klinik Prof. Schedel
 

Sexualtherapie

Sexuelle Gesundheit

Definition Sexualtherapie / Sexuelle Gesundheit


Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) definiert sexuelle Gesundheit als einen Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen

Sexualmedizin

Die Sexualmedizin befasst sich u.a. mit der Vorbeugung, Erkennung, Therapie und Rehabilitation von Störungen und Erkrankungen, die die sexuellen Funktionen und das sexuelle und/oder partnerschaftliche Erleben und Verhalten betreffen.


Sexuelle Probleme

Es wird im ärztlichen Bereich wohl kaum vorkommen, dass man nicht mit sexuellen Problemen konfrontiert wird, da sexuelle Störungen als Folge vieler unterschiedlicher Erkrankungen sowie deren Therapien auftreten kö,nnen und dann, was vielfach übersehen wird, nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Partner belasten. Insbesondere wirkt sich auch die Diagnose Krebs auf die Psyche der Patienten und in der Folge auf das Sexualleben aus.

Auswirkung von Krebserkrankungen auf die Sexualität (Beier 2003):

  • auf das Selbstwertgefühl, das Körperbild und die wahrgenommene sexuelle Attraktivität der Patienten
  • auf die Sexualfunktion der Patienten (Appetenz, Erektion, Orgasmus)
  • auf das Sexualverhalten (Vermeidung sexueller Aktivität, Rückzugstendenz, gewohnte sexuelle Praktiken, usw.)
  • auf die persönlichen Beziehungen, Frustration psycho-sozialer Grundbedürfnisse

Oft rückt das sexuelle Verlangen für die Patienten im ersten Schock der Diagnose und während der oft eingreifenden Therapien in den Hintergrund. Gerade aber während der Rehabilitation, bei der es um körperliche, psychische und soziale Wiederherstellung, -befähigung geht, beginnt das Thema Sexualität den Einzelnen wieder zu beschäftigen. Jetzt ist es wichtig, dass die Patienten auf Ärzte treffen, die ihnen mit dem richtigen Feingefühl eine Atmosphäre schaffen, darüber sprechen zu können. Einerseits ist das Thema Sex ja in den Medien - wenn auch meistens auf fragwürdige Art und Weise - geradezu allgegenwärtig, andererseits ist es immer noch für sehr viele Menschen tabu!

Mit dem Partner zu sprechen ist essentiell, gerade auch bei sexuellen Problemen. Sprachlosigkeit führt zu Missverständnissen und um diesen vorzubeugen, sollten die Sorgen, Ängste, Vorstellungen, Wünsche mit dem Partner besprochen werden. Es besteht jedoch häufig ein Unvermögen, solche Gesprächsthemen anzuschneiden, sei es nun aus Scham oder aufgrund gegenseitiger Rücksicht auf einander - man will den Partner nicht belasten, nicht ahnend, dass das Nichtreden das Problem nicht löst.

In diesen Phasen kann ein Gespräch mit einem Aussenstehenden in der Funktion eines Sexualberaters/Sexualtherapeuten große Hilfe leisten.

Aufgrund des Tabuthemas trauen sich viele Menschen aber nicht, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Sexualberatung: Im Rahmen der onkologischen Rehabilitation in der Klinik Prof. Schedel haben die RehabilitandInnen die Möglichkeit, eine Sexualberatung zu erhalten. Sexualberatung versucht im Rahmen weniger Gespräche zielorientiert sexuelle Probleme zu beheben und/oder sexuelle Störungen zu verhindern. Dies geschieht durch

  • Informationsvermittlung, Konkrete Informationen in Bezug auf vorhandene Grunderkrankungen
  • Korrektur ev. verzerrter Vorstellungen, Abklärung von Vorstellungen und Erwartungen in Bezug auf Patnerschaft und Sexualität
  • Gezielte Anregung zu Verhaltensmodifikationen

Die Sexualberatung wird an die Bedürfnisse der Patienten/Paare angepasst, denn jeder hat andere Bedürfnisse und ob Lust oder keine Lust auf Sex, hier gibt es kein Richtig oder Falsch und die Patienten müssen vor Pathologisierung geschützt werden. Sexualberatung muss auch mehr als eine reine Funktionsberatung sein und kann die Möglichkeit zum Einstieg in eine Sexualtherapie bieten. Die Sexualberatung stellt Hilfe zur Selbsthilfe dar. Optimal sollte sie im Paarsetting stattfinden, denn das Erleben und Verhalten des Partners ist wichtig für die Problemlösung. Aus diesem Grunde wird in unserer Klinik das Einbeziehen der PartnerInnen bei der Sexualberatung von Beginn an großgeschrieben und ermöglicht. Häufig ist es so möglich, den Patienten und deren Partnern Informationen zu vermitteln, sodass sie Hemmungen abbauen und wieder sexuelle Zufriedenheit erreichen können. Sollte sich abzeichnen, dass alleinige Sexualberatung nicht ausreicht, kann der Weg zu einer Sexualtherapie geebnet werden.